Ohne Perspektive und arm


Ohne Perspektive und arm


Marion Bayer, Leiterin der Winterquartiere des Samariterbundes Wien, kennt die Probleme vieler Bewohner: „Einige von ihnen verbringen die ganze kalte Jahreszeit bis Ende April, wenn das Quartier wieder schließt, bei uns.“ Das Notquartier hat täglich von 17 Uhr abends bis 8 Uhr Früh offen.

„Fünf Betten stehen für spontane Notfälle zur Verfügung“,erklärt die Sozialarbeiterin. Das Hauptkontingent von 80 Betten wird durch Zuweisungen aus verschiedenen Einrichtungen befüllt: „Aus Tageszentren, von der Caritas und der Gruft, von der Haftentlassungshilfe und auch von der Sozial- und Rückkehrberatung für EU-Bürger bekommen wir Wohnungslose zugewiesen.“ Einer davon ist Norbert.

Alle Männer in der Notschlafstelle eint Perspektivenlosigkeit und Armut, erzählt Norbert. Was er sich am meisten wünscht?
 

„Ein normales Leben, Sicherheit, einen Job“, das wäre sein Traum.


In Wien hat Norbert schon knappe drei Jahre als Reinigungskraft gearbeitet. Das war eine gute Zeit, erinnert er sich. Damals musste er nicht auf der Straße schlafen. Immer wieder findet Norbert für einige Monate Arbeit.

Einmal war er auch in einer Bäckerei beschäftigt. So eine Arbeit, aber auch in der Küche oder in einem Lager, würde er gerne wieder haben. Nicht alle Menschen sind bereit, einen so anstrengenden und oft schlecht bezahlten Beruf auszuüben. Norbert ist aber nicht wählerisch. „Arbeit ist Arbeit“, sagt er.

Seit fünf Jahren stellt der Samariterbund in Kooperation mit dem Fonds Soziales Wien (FSW) unter dem Motto „In Wien muss niemand auf der Straße schlafen“ Notschlafplätze für akut obdachlose Menschen während der kalten Jahreszeit zur Verfügung. „Die Notquartiere im Rahmen des Winterpakets der Wiener Wohnungslosenhilfe können alle Menschen nutzen. Sie bieten unkomplizierte Soforthilfe und machen für eine Frau oder einen Mann auf der Straße das Leben etwas menschlicher“, erklärt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbundes Wien.

Die Wiener Wohnungslosenhilfe stellt passende Schlaf-und Wohnmöglichkeiten in den Bereichen Betreutes Wohnen, Mobile Wohnbetreuung und Nachtquartierezur Verfügung. Im Auftrag der Stadt Wien plant,steuert und gestaltet der FSW dieses Angebot in enger Kooperation mit 100 Einrichtungen verschiedener Organisationen.



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